6. Wirtschaftlichkeit

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Neben den beschriebenen qualitativen Vorteilen, wie Verschleißfestigkeit, Korrosionswiderstand, Maßhaltigkeit und einfacher Abdeckmethoden bietet das Plasmanitrierverfahren gegenüber dem Einsatzhärten auch deutliche wirtschaftliche Vorteile.

Geht man davon aus, dass die Behandlungskosten beim Einsatzhärten und Plasmanitrieren ungefähr gleich sind, so sind nur die Bearbeitungskosten der Werkzeuge zu vergleichen. Da bei zahlreichen kleinen Werkzeugen die Werkstoffe (Einsatzstahl) für das Einsatzhärten und das Plasmanitrieren identisch sind, sind auch die Bearbeitungskosten bis zur Oberflächenhärte in etwa gleich. Nach dem Plasmanitrieren sind die Werkzeuge infolge ihrer Maßhaltigkeit bis auf ein kurzes Überpolieren einbaufertig, während einsatzgehärtete Formen noch häufig lohnintensiv mechanisch nachgearbeitet werden müssen. Die höheren Stahlkosten, die anfallen, wenn im Zusammenhang mit dem Plasmanitrieren die Kernfestigkeit der normalisierten Einsatzstähle nicht ausreichend ist und Vergütungs- oder durchhärtbare Stähle verwendet werden müssen, fallen nicht ins Gewicht. Das gleiche gilt für die etwas höheren Zerspanungskosten. Auch die Kosten für das Spannungsarmglühen (wichtig bei großen Werkzeugen) sind gegenüber der Kostenersparnis zu vernachlässigen.

Qualitative und wirtschaftliche Vorteile des Plasmanitrierens liegen auch gegenüber dem Gas- und Badnitrieren vor. Neben den beschriebenen höheren Verschleißwiderstand plasmanitrierter Schichten, werden in der Praxis häufig auch geringere Maßänderungen bei plasmanitrierten Teilen gefunden. Bei etwa gleichem Niveau der Behandlungskosten für alle Nitrierverfahren ist das Gasnitrieren im wesentlichen durch die schlechtere Polierbarkeit der mischphasigen und spröden Verbindungsschicht, die aus diesem Grund häufig abgeschliffen werden muss, teurer als das Plasmanitrieren. Es besteht bei der - Gamma - Verbindungsschicht eine sehr gute Polierbarkeit. Ähnliches gilt für badnitrierte Werkzeuge, bei denen der Porengehalt der Verbindungsschicht und die möglichen Korrosionsanfressungen durch die Salze die Polierbarkeit beeinträchtigen.

Bei jedem Lohnauftrag sollte angegeben werden:

  1. der Werkstoff
  2. der Wärmebehandlungszustand (letzte Anlasstemperatur, vergütet, usw.)
  3. die Oberflächenhärte und die Nitrierhärtetiefe
  4. die abzudeckenden Werkzeugpartien
  5. die zu nitrierenden Flächen