2. Vorteile des Plasmanitrierens von besonders empfindlichen Werkstücken

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Es gibt im allgemeinen Maschinenbau, KFZ - Bau (Getriebe, Motoren usw.) sowie in der Umformtechnik Werkstücke, an deren Oberfläche ganz besondere Anforderungen gestellt werden.

  1. Die Oberflächenbeschaffenheit (Schliffbild, Politur)
  2. Die geometrische Form (Kontur) der Oberfläche ist sehr kompliziert. In kleinen Bohrungen, in schmalen Schlitzen, in Vertiefungen, im Innendurchmesser auch langer Rohre (Zylinder) müssen gleichmäßige Nitrierschichten gewährleistet sein.

Außerdem kommt es häufig vor, dass bei Kaltarbeitsstählen die Kernhärte erhalten bleiben muss. Auch darf in vielen Anwendungsfällen (z. B. kaltgeformte Werkstücke) so gut wie kein Verzug auftreten. Allen diesen speziellen Anforderungen - und es gibt deren noch mehr - wird das Plasmanitrierverfahren gerecht.

  • Der nitriertypische graue Belag lässt sich leicht entfernen (polieren). Auf keinen Fall schleifen!
  • Eine bestimmte Druckeinstellung im Rezipienten ergibt auch bei komplizierten Konturen (Hinterschneidungen, etc.) gleichmäßige Schichten.
  • Die Plasmanitriertemperatur kann unter 500°C (bis 380°C) eingestellt werden. Somit ist der Erhalt der Kernhärte - meistens werden die Kaltarbeitsstähle um 500°C angelassen - gegeben.
  • Die Aufheizgeschwindigkeit kann den Erfordernissen der Werkstücke  angepasst werden.
  • Der gesamte Prozess läuft unter Vakuum ab. Daher ist, durch das Verfahren selbst, kaum Verzug zu erwarten.

Werkzeuge zum Spritzgießen, Blasformen und Pressen von Kunststoffteilen stellen hohe Anforderungen an die zu verwendeten Stähle und an die Beschaffenheit der Werkzeugoberflächen. Solche Anforderungen können meistens nur durch hochreine Stähle, äußerst gleichmäßiger Zusammensetzung, Bearbeitungstechniken und speziellen Oberflächenhärteschichten erfüllt werden. Den unterschiedlichen Verschleißbeanspruchungen bei der Verarbeitung von füllstoffhaltigen Kunststoffen begegnet man durch sehr harte, verschleißfeste Oberflächen.